Geschichte von Benningen am Neckar

Benningen am Neckar: Entwicklung von der Römerzeit bis heute

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Die Geschichte Benningens am Neckar reicht von der Jungsteinzeit über römische und mittelalterliche Entwicklungen bis in die Gegenwart.


Das Gebiet des heutigen Benningen am Neckar war bereits ab etwa 5.400 v. Chr. besiedelt. Bodenfunde aus der Jungsteinzeit sowie aus der Bronze- und Eisenzeit belegen dies. In dieser Zeit lebten Kelten in der Region, die dem Fluss den Namen „Neckar“ gaben.

Um 85 n. Chr. wurde der Neckar zur Grenze des Römischen Reichs. Die Römer errichteten zur Sicherung den Neckar-Odenwald-Limes sowie ein Kastell am Südostrand des heutigen Ortsgebiets. Um 145 n. Chr. entstand ein steinernes Kastell, in dem die 24. Kohorte freiwilliger römischer Bürger unter dem Befehl des Publius Quintius Terminus stationiert war. Neben dem Kastell entwickelte sich ein ziviles Lagerdorf.

Um 150 n. Chr. wurde die Grenze nach Osten verlegt, das Kastell aufgegeben und die Besatzung nach Murrhardt verlegt. Das Lagerdorf blieb bestehen. Um 259/60 n. Chr. übernahmen die Alemannen die Region.

Der Ortsname leitet sich vermutlich vom Namen eines Sippenführers ab, der Bunno geheißen haben könnte. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 779 als „Bunninga“, als das Kloster Fulda Besitz erhielt. Weitere Grundherren waren das Kloster Lorsch und das Hochstift Speyer.

1351 gingen Besitz- und Herrschaftsrechte an die Grafen von Württemberg über, 1497 gelangte der Ort vollständig in deren Besitz. Bis 1762 gehörte Benningen zum Amt Marbach, danach zum Oberamt Ludwigsburg.

Im Jahr 1579 entdeckte Simon Studion römische Überreste und führte Ausgrabungen durch. Weitere archäologische Untersuchungen erfolgten ab dem 19. Jahrhundert nach der Einordnung des Kastells als militärisch bedeutend.

1618 wurde eine Brücke über den Neckar gebaut. Zwischen 1785 und 1787 entstand eine überdachte Nachfolgebrücke. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde diese in den 1950er Jahren durch eine Spannbetonbrücke ersetzt.

Während des Dreißigjährigen Krieges kam es zu schweren Verlusten durch die Pest. 1626 wurde aufgrund der hohen Opferzahlen ein neuer Friedhof angelegt. Beim Franzoseneinfall 1693 erlitt der Ort Schäden.

Ab 1718 entwickelte sich Ludwigsburg zum regionalen Zentrum. Im 18. und 19. Jahrhundert wanderten viele Einwohner nach Amerika aus.

Mit dem Anschluss an die Murrtalbahn im Jahr 1879 und einer weiteren Verbindung nach Ludwigsburg im Jahr 1881 wandelte sich Benningen zur Arbeitergemeinde.

1938 wurde der Ort dem Landkreis Ludwigsburg zugeordnet. 1945 wurde Benningen Teil der Amerikanischen Besatzungszone und gehörte zum Land Württemberg-Baden, das 1952 im Bundesland Baden-Württemberg aufging.

Am 10. August 1964 erhielt der Gemeindename den Zusatz „am Neckar“. In den 1970er Jahren blieb Benningen im Zuge der Gemeindereform selbständig, gehört jedoch seitdem dem Gemeindeverwaltungsverband Marbach am Neckar an.

Seit 1945 entwickelte sich der Ort durch den Ausbau von Wohngebieten und Infrastruktur. Zwischen 1970 und 1994 stieg die Einwohnerzahl um 34 Prozent.

1980 wurde Benningen an das S-Bahn-Netz angeschlossen. 1989 entstand im ehemaligen Gasthaus „Adler“ ein volkskundliches Museum.

Am 18. Dezember 2006 kam es zu einem Brand im Dachstuhl der „Alten Kelter“, bei dem ein Sachschaden von 700.000 Euro entstand.

2007 wurde die Sporthalle in der Au fertiggestellt. 2013 wurde die sanierte Gemeindehalle mit angebauter Gastwirtschaft wieder eröffnet.

Im März 2014 wurden das Baugebiet „Seelach“ sowie das Gewerbegebiet „Bild III“ zur Bebauung freigegeben. 2015 wurde die Kindertagesstätte „Seelach“ bezogen.


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