Der Braunbrustigel gilt in Deutschland als bedroht. Versiegelte Flächen, Straßenverkehr und Gartengeräte setzen der Tierart zu. Naturbelassene Gärten und Erste-Hilfe-Maßnahmen können zum Schutz beitragen.
Der Igel – ein Wildtier mit schwindenden Lebensräumen
Der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus), bei uns die verbreitetste Igelart, steht in Deutschland auf der Vorwarnliste der Roten Liste der gefährdeten Säugetiere. Schätzungen zufolge sind die Bestände bereits um 16 bis 33 Prozent zurückgegangen. In Bayern leben sogar nur noch halb so viele Igel wie vor zehn Jahren.
Um auf den schleichenden Rückgang aufmerksam zu machen, wurde der Igel von der Deutschen Wildtier Stiftung im Jahr 2024 zum „Wildtier des Jahres“ ernannt.
Igel fühlen sich vor allem in naturbelassenen Gärten wohl. Dort finden sie:
Hecken, Sträucher und ungemähte Rasenflächen als Rückzugsorte
Schutz für Nachwuchs im Sommer und Winterquartiere ab November
Nahrung wie Insekten, Schnecken, Spinnentiere und Regenwürmer
Neben natürlichen Feinden wie Dachs, Uhu und Fuchs drohen zunehmend vom Menschen verursachte Gefahren:
Straßenverkehr
Mähroboter, Rasentrimmer und andere Gartengeräte
Versiegelte und aufgeräumte Flächen
Die Strategie des Zusammenrollens schützt den Igel vor natürlichen Angreifern, nicht jedoch vor Autos oder Maschinen.
Igel sind nachtaktiv. Wer sie tagsüber antrifft, sollte aufmerksam sein – Aktivität am Tag ist meist ein Zeichen von Krankheit oder Hunger.
Erste-Hilfe-Schritte:
Nothilfe kontaktieren bei verletzten oder geschwächten Tieren
Vorübergehend in einen hohen Karton setzen
Wasser und Katzen- oder Hundefutter ohne Zusätze anbieten (kein Milchprodukt, da Igel lactoseintolerant sind)
Bei Pflege: kleines Außengehege mit Schlafplatz bereitstellen, anschließend Futterstellen einrichten
Igel immer am Fundort auswildern, da sie feste Reviere besitzen