Die Geschichte von Oberhausen-Rheinhausen reicht bis ins Jahr 1207 zurück und ist geprägt von gemeinsamer Entwicklung, Trennung und späterer Wiedervereinigung.
Die dokumentierte Geschichte von Oberhausen-Rheinhausen beginnt im Jahr 1207 mit der ersten urkundlichen Erwähnung der damaligen Gemeinde Husen am Rhein. Bereits zuvor existierten Siedlungen, doch erst ab 1256 wird zwischen zwei Orten unterschieden: der „Major villa Husen“ und der „Alia villa Husen in vado“. Anlass war eine Schenkung von Gütern durch Dietmar an das Stift St. German.
Oberhausen und Rheinhausen bildeten bis zum Jahr 1810 eine gemeinsame Gemeinde. In den Quellen wird von „beyden Husen“ gesprochen, die politisch und kirchlich über rund ein halbes Jahrtausend verbunden waren. Im Jahr 1810 erfolgte die Trennung in zwei selbständige Kommunen. Diese Trennung wurde im Zuge der kommunalen Gebietsreform im Jahr 1975 aufgehoben.
Die historische Entwicklung wirkt bis in die Gegenwart fort. Die Zugehörigkeit zum Bistum Speyer prägte die religiöse Struktur der Gemeinde. Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist katholisch, und in beiden Ortsteilen bestehen ausschließlich katholische Kirchen.
Auch die Tradition der Fasnacht wird auf diese Zugehörigkeit zurückgeführt. Eine frühe Erwähnung findet sich in der Speyerer Chronik des Stadtschreibers Christoph Lehmann aus dem Jahr 1612. Darin wird berichtet, dass bereits im Jahr 1296 Fasnacht gefeiert wurde. Eine urkundliche Erwähnung der beiden Dörfer Husen an der Furt stammt aus dem Jahr 1256.
Im frühen 14. Jahrhundert gelangten Oberhausen und Rheinhausen in den Besitz des Bistums Speyer. Sie gehörten später zum Oberrheinischen Reichskreis und verblieben dort bis zum Jahr 1803. Im Zuge der Mediatisierung infolge des Reichsdeputationshauptschlusses fielen sie an das Großherzogtum Baden. Anschließend gehörten sie zum Landkreis Bruchsal, der im Jahr 1973 im Landkreis Karlsruhe aufging.
Eine besondere Rolle spielte Rheinhausen im Postwesen. Im Jahr 1490 richtete König Maximilian I. eine regelmäßig betriebene Postroute zwischen Innsbruck und Brüssel ein, die den Rhein bei Rheinhausen überquerte. Die Durchführung übernahmen Mitglieder der Familie Taxis. Seit 1495 ist Rheinhausen als Poststation urkundlich belegt.
Im Jahr 1540 wurde das Postamt Rheinhausen durch Johann Baptista von Taxis an Seraphin I. von Taxis und Bartholomäus übertragen. Seraphin I. ließ 1552 ein Posthaus errichten, das mehrfach durch Kriegseinwirkungen zerstört wurde. Rheinhausen war eine Zwischenstation auf dem Postkurs Brüssel–Innsbruck–Italien und ist im Postkursbuch von Giovanni da l’Herba aus dem Jahr 1563 verzeichnet. Das Postamt bestand bis zu seiner Schließung im Jahr 1803.
Am 1. Januar 1975 wurde Rheinhausen im Rahmen der Gemeindegebietsreform nach Oberhausen eingemeindet. Gleichzeitig erhielt die Gemeinde den Namen Oberhausen-Rheinhausen.
#OberhausenRheinhausen #Geschichte #BadenWürttemberg #Karlsruhe #Speyer #Postgeschichte
Wann wurde Oberhausen-Rheinhausen erstmals erwähnt?
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1207.
Wann wurden Oberhausen und Rheinhausen unterschieden?
Eine Unterscheidung der beiden Orte ist ab dem Jahr 1256 belegt.
Wie lange waren Oberhausen und Rheinhausen eine gemeinsame Gemeinde?
Die gemeinsame Gemeinde bestand bis zum Jahr 1810.
Wann erfolgte die Wiedervereinigung?
Die Wiedervereinigung erfolgte am 1. Januar 1975 im Rahmen der Gemeindegebietsreform.
Welche Rolle spielte Rheinhausen im Postwesen?
Rheinhausen war seit 1495 als Poststation belegt und Teil einer europäischen Postroute zwischen Innsbruck und Brüssel.
Wann wurde das Postamt Rheinhausen geschlossen?
Das Postamt wurde im Jahr 1803 geschlossen.