Söllingen: Verwaltungssitz mit Geschichte und Verkehrsanbindung

Söllingen: Verwaltungssitz mit Geschichte und Verkehrsanbindung

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Söllingen ist Verwaltungssitz von Pfinztal, verfügt über drei Stadtbahnhaltestellen und ist durch Geschichte, Infrastruktur und Gemeindeleben geprägt.


Söllingen ist ein Ortsteil der Gemeinde Pfinztal im Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg. Als flächenmäßig größter Ortsteil ist Söllingen Sitz der Gemeindeverwaltung. In der Ortsmitte der 5500 Seelengemeinde ist die Verwaltung in drei Gebäuden untergebracht.

In unmittelbarer Nähe befinden sich die Grund- und Hauptschule mit Hallenschwimmbad, die Räuchle-Halle, das Emil-Frommel-Haus und die Diakoniestation Pfinztal. Söllingen hat als einziger Ortsteil in Pfinztal ein öffentliches Hallenbad. Dort finden neben dem Schulschwimmunterricht auch Schwimmkurse statt. Die Bücherei des Ortes befindet sich im Bürgerhaus gegenüber dem Rathaus an der B10.

Der Ort liegt wie Berghausen und Kleinsteinbach an der Stadtbahnstrecke Karlsruhe-Pforzheim und verfügt über 3 Haltestellen. Der Bahnhof Söllingen (b Karlsruhe) liegt an der Bahnstrecke Karlsruhe–Mühlacker. In den Jahren 2023 und 2024 wurden umfangreiche Modernisierungen sowie ein kompletter Neubau des Bahnhofs durchgeführt. Eine Unterführung für Autos und Fahrräder ist derzeit noch in Bau.

Söllingen ist an die Stadtbahn Karlsruhe mit den Linien S5 Wörth – Pforzheim Hbf und S51 Germersheim – Söllingen Bahnhof angeschlossen. Die 3 Haltestellen sind Söllingen Reetzstraße, Söllingen Bahnhof und Söllingen Kapellenstraße. Die Haltestellen Bahnhof und Reetzstraße werden werktags außer vormittags tagsüber im 10-Minuten-Takt bedient. Zweimal stündlich bedient die Stadtbahn die Haltestelle Kapellenstraße und fährt weiter bis zum Hauptbahnhof in Pforzheim.

Auch Söllingen wird von der Bundesstraße 10 durchquert. Im Norden des Ortes besteht eine Ortsumgehung. Sie wurde gebaut, um Söllingen vom LKW-Verkehr in das Gewerbegebiet zu entlasten. Der Anlieferverkehr des Gewerbegebietes kann direkt auf die B10 auffahren. Seit Dezember 2021 verbindet die Buslinie 152 über die Haltestellen Söllingen Rathaus und Söllingen Leerdamplatz sowie Haltestellen in Kleinsteinbach und Berghausen das Pfinztal mit der Gemeinde Karlsbad.

An Söllingen grenzen Kleinsteinbach, Berghausen, Wöschbach und Wilferdingen-Singen (Remchingen). Ein Leerdam-Platz sowie Wanderwege an der Pfinz und im Bereich des Obst- oder Weinhofes dienen als Ziele für Besucher und Wanderer. Der Naturerlebnispfad Pfinztal im Söllinger Walddistrikt Dammschlag wurde 2003 offiziell eröffnet und ist im Laufe der Jahre auf 16 Stationen angewachsen.

Das Kulturangebot wird durch ein reges Vereinsleben, das traditionelle Straßenfest, aktive Kirchengemeinden und eine kleine Galerie an der Pfinz getragen. Söllingen verfügt über eine Grundschule sowie über eine Vielzahl an Betreuungsangeboten für Kinder aller Altersklassen in kirchlicher und kommunaler Trägerschaft.

In Söllingen bestehen mehrere Gewerbegebiete für das produzierende Gewerbe. Das größte zusammenhängende Gebiet liegt in der Reetzstraße und ist durch die Nordumgehung direkt von der B10 erreichbar. Neben den Gewerbegebieten gibt es im Dorf verschiedene Einzelhandelsläden sowie das zu Söllingen gehörende Hammerwerk-Center. Im 19. Jahrhundert gewannen Gewerbe und später Industrie an Bedeutung. An der Gemarkungsgrenze zu Kleinsteinbach entstand das Wolframwerk, auch Hammerwerk Söllingen genannt. Die Metallindustrie im benachbarten Durlach eröffnete auch den Bewohnern von Söllingen neue Verdienst- und Arbeitsmöglichkeiten.

Die erste urkundliche Erwähnung Söllingens stammt aus dem Jahr 1085. Im 12. Jahrhundert war der Ort, damals als Saldingen bezeichnet, im Grundbesitz der Klöster Gottesau, Herrenalb und Hirsau. Im 16. Jahrhundert ging der Besitz an die Markgrafschaft Baden. 1867 entstand die Bahnverbindung zwischen Karlsruhe und Pforzheim. Infolgedessen erhielt Söllingen einen Bahnhof. Zunehmend entwickelte sich Söllingen vom Bauerndorf zur Wohngemeinde. Der sprunghafte Anstieg der Einwohnerzahl stellte sich bis 1950 hinsichtlich der Infrastruktur zunächst problematisch dar. In späteren Jahren bis heute entwickelte Söllingen als Wohnort große Anziehungskraft. Die Gemeindeverwaltung schuf die notwendigen Gemeinschaftseinrichtungen. Rund 800 Heimatvertriebene fanden nach dem Zweiten Weltkrieg in Söllingen ein neues Zuhause. Am 1. Januar 1974 wurde Söllingen in die neue Gemeinde Pfinztal eingegliedert. 1985 feierte Söllingen das 900jährige Bestehen. 2010 feierte Söllingen sein 925-jähriges Bestehen.

In Söllingen sind mehrere Kirchen und Glaubensgemeinschaften vertreten. Dazu zählen die evangelische Michaelskirche, die Katholische Kirche St. Pius X, die Liebenzeller Gemeinschaft und die Neuapostolische Kirchengemeinde. Mit der Gründung der großen Klöster in St. Gallen, Weißenburg und Lorsch im 7./8. Jahrhundert setzte die Christianisierung ein, die im 8./9. Jahrhundert auch in der Region um Söllingen erstarkte.

Die Michaelskirche weist überwiegend spätgotische Bauformen auf. Ihre ältesten Teile reichen bis in das 13. Jahrhundert zurück. Die erste schriftliche Erwähnung einer Kirche in Söllingen stammt aus einer Urkunde vom 25. Mai 1291. Danach wurde dem Markgraf Hermann VII. von Baden vom Kloster Weißenburg das Dorf und das Patronatsrecht über die Kirche zu Lehen gegeben. Als Chorturmkirche angelegt, diente sie in Kriegs- und Notzeiten auch als Wehrkirche. Bauhistorische Untersuchungen ergaben romanische Ursprünge beim unteren Teil des Kirchturmes und der Sakristei. Im Jahr 1459 wurde unter dem Speyerer Bischof Johann Nix von Enzberg und dem Markgrafen Karl I. von Baden der Auftrag zum Umbau und zur Erweiterung der Kirche erteilt. Die Bauleitung lag bei Abt Johann von Udenheim von Herrenalb. Die Jahreszahl 1473 dokumentiert den Abschluss einer umfangreichen Baumaßnahme, die 1483 vollständig abgeschlossen war.

1506 mussten Dach und Langhaus instand gesetzt werden. Ein Jahr später wurde die Kirche dem Erzengel Michael geweiht. 1574 gibt es erste Berichte über Glocken und eine Turmuhr. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Turm schwer beschädigt. 1731 wurde er erneuert und erhielt ein mit Schiefersteinen gedecktes Dach. In den Jahren 1689, 1691 und 1707 entstanden während der Franzosenkriege schwere Schäden an der Kirche. Bänke, Kanzel und die gotische Innentür zur Sakristei wurden zerstört und das Inventar geraubt. 1787 wurde die gotische Südwand abgebrochen und 4 Meter südwärts neu errichtet. Durch eine Empore entstanden zusätzliche Plätze. 1889 wurde die Kirche erneut erweitert. 1882 war eine Ofenheizung eingebaut worden, die vier Jahrzehnte später durch eine Warmluftheizung ersetzt wurde.

1961 erfolgte eine weitere Baumaßnahme im Inneren. 1962 erhielt die Fassade einen Neuanstrich. Im Herbst 1990 begannen umfangreiche Umbau- und Renovierungsarbeiten. Im September 1991 begannen die Innenarbeiten. 1991 wurde im Chor das Fundament einer romanischen Apsis entdeckt. 1992 wurde unter den Bankpodesten eine Grabplatte entdeckt. Seit 1994 ist die Innenrenovierung abgeschlossen. Seitdem wird die Michaelskirche in ihrer Gesamtanlage als Kulturdenkmal gewürdigt.

Söllingen liegt an der Bertha Benz Memorial Route. Diese erinnert an die erste automobile Fernfahrt von Bertha Benz im Jahr 1888 und führte von Mannheim über Berghausen nach Pforzheim und über Bretten zurück nach Mannheim.

 


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Wichtige Fragen zu Söllingen in Pfinztal

Welche Funktion hat Söllingen innerhalb von Pfinztal?
Söllingen ist Sitz der Gemeindeverwaltung und flächenmäßig der größte Ortsteil von Pfinztal.

Wie ist Söllingen an den öffentlichen Verkehr angebunden?
Söllingen liegt an der Bahnstrecke Karlsruhe–Mühlacker und an der Stadtbahnstrecke Karlsruhe-Pforzheim. Der Ort verfügt über 3 Stadtbahnhaltestellen sowie über die Buslinie 152.

Welche öffentlichen Einrichtungen gibt es in Söllingen?
In Söllingen befinden sich unter anderem die Grund- und Hauptschule mit Hallenschwimmbad, die Räuchle-Halle, das Emil-Frommel-Haus, die Diakoniestation Pfinztal und die Bücherei im Bürgerhaus.

Welche wirtschaftlichen Strukturen prägen Söllingen?
Im Ort gibt es mehrere Gewerbegebiete, Einzelhandelsläden und das Hammerwerk-Center. Im 19. Jahrhundert gewannen Gewerbe und Industrie an Bedeutung.

Wann wurde Söllingen erstmals urkundlich erwähnt?
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1085.

Wann wurde Söllingen Teil der Gemeinde Pfinztal?
Söllingen wurde am 1. Januar 1974 in die neue Gemeinde Pfinztal eingegliedert.

Was ist über die Michaelskirche bekannt?
Die Michaelskirche ist überwiegend spätgotisch, reicht in ihren ältesten Teilen bis in das 13. Jahrhundert zurück und wurde über mehrere Jahrhunderte umgebaut, erweitert und renoviert.

Welche Sehenswürdigkeiten und Freizeitangebote gibt es in Söllingen?
Zu den Angeboten zählen der Leerdam-Platz, Wanderwege an der Pfinz und im Bereich des Obst- oder Weinhofes, der Naturerlebnispfad Pfinztal und die Lage an der Bertha Benz Memorial Route.

 

 

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