Die Schülervorausberechnung zeigt bis 2038 weitgehend konstante Abgängerzahlen. 2032 wird es wegen G9 deutlich weniger Hochschulreifen geben.
In den vergangenen Jahren sind die Schulabgängerzahlen in Baden-Württemberg demografisch bedingt deutlich gesunken. Für die kommenden 15 Jahre wird jedoch kein weiterer Rückgang erwartet. Nach der Schülervorausberechnung stabilisiert sich die Zahl der Abgängerinnen und Abgänger mit neu erworbenem allgemeinbildendem Schulabschluss bei jährlich gut 140.000.
Damit liegen die Werte dauerhaft rund 30.000 unter dem Niveau der Jahre 2005 bis 2015. Erst ab dem Jahr 2039 wird wieder ein erneuter und anhaltender Rückgang prognostiziert. Ursache ist vor allem die Geburtenentwicklung der vergangenen 20 Jahre.
Ab dem Abgangsjahr 2029 wird eine deutliche Zunahme der Hauptschulabschlüsse erwartet. Hintergrund ist die Abschaffung der Möglichkeit, an Haupt- und Werkrealschulen einen Werkrealschulabschluss zu erwerben. Die Zahl der Hauptschulabschlüsse soll auf gut 28.000 steigen, nach rund 22.400 im Jahr 2024.
Gleichzeitig wird ein Rückgang der Fachhochschulreife auf knapp 11.000 prognostiziert, nach rund 12.400 im Jahr 2024. Der mittlere Schulabschluss bleibt mit jährlich rund 54.000 Abgängerinnen und Abgängern weiterhin der häufigste Abschluss, auch wenn gegenüber 2024 ein leichter Rückgang erwartet wird. Die Zahl der Hochschulzugangsberechtigungen soll hingegen leicht auf knapp 44.000 ansteigen.
Ein Sonderjahr stellt 2032 dar. In diesem Jahr werden voraussichtlich nur knapp 19.000 Schülerinnen und Schüler eine Hochschulreife erwerben. Das entspricht weniger als der Hälfte eines regulären Jahrgangs. Ursache ist die flächendeckende Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums. Dies wird sich deutlich auf die Zahl der Studienanfänger im Wintersemester 2032/33 auswirken. Auch die duale Berufsausbildung und andere Schularten des beruflichen Schulsystems sind von der geringeren Zahl betroffen.
Da die Zahl der allgemeinbildenden Schulabschlüsse zunächst nicht weiter sinkt, wird auch bei den beruflichen Schulen kein weiterer Rückgang erwartet. Bis zum Schuljahr 2030/31 soll die Schülerzahl dort um rund 9.000 beziehungsweise 2,3 Prozent auf gut 400.000 steigen. Nach zwei Jahren Rückgang wird für das Schuljahr 2037/38 wieder ein Anstieg auf rund 408.000 prognostiziert.
Teilzeit-Berufsschulen bleiben die größte Schulart im beruflichen Schulwesen. Die Schülerzahl könnte von 176.400 im Schuljahr 2024/25 auf knapp 193.000 im Schuljahr 2037/38 anwachsen. Die Vorausberechnung ist hier mit höherer Unsicherheit verbunden, da das Ausbildungsplatzangebot konjunkturellen Schwankungen unterliegt.
Die Vorausberechnung zeigt zudem eine Verschiebung von Berufsfachschulen hin zu Vollzeit-Berufsschulen. Ursache ist die Stärkung der Bildungsgänge Ausbildungsvorbereitung und Ausbildungsvorbereitung dual, die das Vorqualifizierungsjahr und das Berufseinstiegsjahr ablösen. Die Auswirkungen aktuell diskutierter Reformen der dualen Berufsausbildung konnten nicht berücksichtigt werden.
Die Schülervorausberechnung 2025 wurde vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg im Auftrag des Kultusministeriums erstellt. Grundlage sind die Bevölkerungsfortschreibung zum 31. Dezember 2024 sowie die Bevölkerungsvorausberechnung mit Basis 2023. Die Ergebnisse wurden auf volle 100 gerundet. Unterstellt wird eine Geburtenrate von 1,44 Kindern je Frau und eine jährliche Nettozuwanderung von 55.000 Personen.
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Häufige Fragen zur Schülervorausberechnung in Baden-Württemberg
Wie entwickeln sich die Schulabgängerzahlen bis 2038?
Die Zahlen bleiben bis 2038 weitgehend stabil bei jährlich gut 140.000 Abgängerinnen und Abgängern.
Warum gibt es 2032 besonders wenige Hochschulabsolventen?
Grund ist die flächendeckende Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums.
Welche Schulabschlüsse verändern sich besonders stark?
Die Zahl der Hauptschulabschlüsse steigt deutlich, während die Fachhochschulreife zurückgeht.
Wie entwickeln sich die Schülerzahlen an beruflichen Schulen?
Bis 2030/31 wird ein Anstieg erwartet, danach ein vorübergehender Rückgang und erneut ein Anstieg bis 2037/38.
Quelle Statistisches Landesamt Baden-Württemberg