Riet ist der kleinste Teilort von Vaihingen an der Enz und liegt im Strudelbachtal mit Schloss, Kirche und historischer Ortsentwicklung.
Riet ist mit rund 1.000 Einwohnern der kleinste Teilort der Großen Kreisstadt Vaihingen an der Enz. Der ehemalige Weinort liegt auf 250–350 m Höhe im Strudelbachtal, etwa fünf Kilometer südöstlich der Kernstadt Vaihingen. Der Ort ist von Naturschutzgebieten umgeben und liegt an der Deutschen Fachwerkstraße.
Riet befindet sich im in Süd-Nord-Richtung verlaufenden Strudelbachtal am Strudelbach, einem südlichen Zufluss zur Enz. Vor der Kreisreform lag der Ort relativ zentral im Altkreis Vaihingen. Heute liegt er am Westrand des Landkreises Ludwigsburg. Die nächsten umliegenden Ortschaften sind Enzweihingen, Hochdorf an der Enz, Eberdingen und Nußdorf. Die Landschaft ist von einem tief eingeschnittenen Tal, Laub- und Mischwäldern sowie Steppenheide geprägt. Die Landwirtschaft nimmt einen relativ kleinen Teil der Fläche ein. Rund um den Ort liegen an den steilen Hängen terrassierte Weinberge, die heute größtenteils verwildert sind und nur noch vereinzelt nebenerwerbs- oder hobbymäßig bewirtschaftet werden.
Der Ort wurde erstmals 812 urkundlich erwähnt. Im Lorscher Codex erscheint Riet als Villa Reoth anlässlich einer Schenkung an das Kloster Lorsch. Keltische Grabhügel auf der Gemarkung belegen eine Besiedelung der Umgebung bereits im ersten Jahrtausend v. Chr. Auch eine spätere römische Besiedelung ist belegt.
1188 wird ein castrum Riet in einem Vertrag zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und König Alfons VIII. von Kastilien erwähnt. Diese Burg wird in Riet bei Vaihingen vermutet. Zusätzlich zum heute noch erhaltenen und bewohnten Schloss gab es in Riet noch drei weitere Schlösser. Eines soll sich etwa an der Stelle des heutigen Gemeindehauses am Dorfplatz befunden haben. Grundmauerreste bei Bauarbeiten lassen vermuten, dass die zwei anderen Schlösser am südlichen und nördlichen Ende der heutigen Paracelsusstraße standen.
Riet war einst Sitz der Herren von Hohenheim. Über das Adelsgeschlecht der Grafen von Reischach, die über lange Zeit und mehrmals Besitzer von Riet waren, ist der Ort historisch mit Eberdingen und Nußdorf verbunden. Der Ort wurde vorwiegend von Dienstpersonal der Schlösser bewohnt, das auch die Weinberge des Schlossguts bewirtschaftete. Ackerbau und Viehwirtschaft spielten daher keine nennenswerte Rolle.
Mitten im Ort steht das Schloss der Grafen von Reischach, umgeben von hohen alten Bäumen. Das Schloss war einst ein Wasserschloss mit umlaufendem, tiefem, gemauertem Wassergraben, der im Ernstfall kurzfristig mit Wasser aus dem Strudelbach geflutet werden konnte. Im Zweiten Weltkrieg war das Schloss Unterkunft für ausgebombte Pforzheimer und Stuttgarter Bürger, später auch für Vertriebene.
Neben dem Schloss liegt die Stephanuskirche. Ihr Ursprung reicht bis ins Mittelalter zurück. Sie war früher Schlosskapelle. In der Kirche befindet sich noch eine hölzerne Säule des Grafenstuhl mit dem Wappen der Herren von Reischach. Zudem bewahrt die Kirche den Grabstein eines Onkels des Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus. Im Ort wird außerdem genannt, dass Paracelsus selbst einige Jahre bei seinem Onkel in Riet gelebt haben soll.
Zum Ortskern gehören außerdem das Rathaus und das evangelische Gemeindehaus. Das Gemeindehaus stand bis in die 1980er Jahre als Pfarrhaus an der Stelle eines ehemaligen Rieter Schlosses. Die Strudelbachhalle mit Wirtschaft und Biergarten wird als Treffpunkt am Radweg beschrieben.
Nach dem Wegfall der Schlösser und Adelshäuser als Hauptarbeitgeber orientierten sich die Einwohner in Richtung der Industriezentren Vaihingen und Großraum Stuttgart. Das seit den 20er Jahren im Ort angesiedelte Fuhrunternehmen Flattich sorgte für eine gute Verkehrsanbindung. Am 31. Mai 1838 verwüstete ein Tornado Riet und Großglattbach.
Zur Infrastruktur des Ortes gehören ein Kindergarten, eine Grundschule und ein Bürgerbüro als Außenstelle des Rathauses am Dorfplatz. Mehrere Vereine sind im Ort aktiv, darunter der Sportverein SV Riet e. V. Im Ausgangstext werden außerdem eine aktive freiwillige Feuerwehr sowie verschiedene Freizeitmöglichkeiten auf Wander- und Radwegen genannt.
Mehrere Unternehmen sind in Riet ansässig. Genannt werden der Omnibusbetrieb Flattich, die Firma Holzbau Leibfried, die Speditionen Hauser und Munz sowie bis 2003 die Aluminiumgießerei und Stanzerei Hauser. Hinzu kommen mehrere kleine Handwerksbetriebe und Handelsgeschäfte, darunter Getränkemarkt, Dorfladen, bäuerlicher Hofladen und Blumenladen. Als Gaststätten werden das Gasthaus zur Eintracht und die Gaststätte zum Strudelbächle genannt.
Das ehemalige Gemeindewappen von Riet zeigt eine liegende goldene Hirschstange auf schwarzem Schildhaupt und darunter auf goldenem Schild eine schräge schwarze Reithaue. Die Hirschstange verweist auf die Zugehörigkeit zu Württemberg, die Reithaue auf die Geschichte als Weinort. Das Wappen in der heutigen Gestalt und die blau-gelbe Flagge wurden 1966 verliehen. In einem Dienstsiegel aus den 1920er Jahren ist das Wappen mit drei Hirschstangen abgebildet.
Zum Pumpenhaus in Riet wird ausgeführt, dass es der Wasserversorgung von Nußdorf diente. Es wurde 1902 von Oesterlen&Schmid, Esslingen, projektiert und 1905 errichtet. Über einen 130 m langen Wasserkanal aus Stahlblech wurde Wasser vom Strudelbach zugeführt. Mit einer Fallhöhe von etwa 1,5 m betrieb ein mittelschlächtiges Wasserrad die Pumpenanlage. Diese förderte mit 2,4 l/s täglich rund 107 m³ Flusswasser als Trinkwasser nach Nußdorf. In den 1960er Jahren wurde Nußdorf an das öffentliche Wassernetz angeschlossen. Danach wurde das Pumpenhaus stillgelegt. Heute ist es Treffpunkt und Veranstaltungsort des Vereins Dörfliche Entwicklung Riet DER e. V.
Zur Eingemeindung enthält der Ausgangstext zwei Angaben. An einer Stelle heißt es, Riet sei seit 1973 nach Vaihingen eingemeindet. An anderer Stelle wird genannt, dass Riet am 1. Februar 1972 in die Stadt Vaihingen an der Enz eingegliedert wurde.
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Wo liegt Riet?
Riet liegt im Strudelbachtal am Strudelbach, etwa fünf Kilometer südöstlich der Kernstadt Vaihingen.
Wie groß ist Riet?
Riet ist mit rund 1.000 Einwohnern der kleinste Teilort der Großen Kreisstadt Vaihingen an der Enz.
Wann wurde Riet erstmals urkundlich erwähnt?
Riet wurde 812 urkundlich erwähnt und erscheint im Lorscher Codex als Villa Reoth.
Welche historischen Bauwerke prägen den Ort?
Genannt werden das Schloss der Grafen von Reischach, die Stephanuskirche, das Rathaus und das evangelische Gemeindehaus.
Welche historische Rolle hatte das Schloss?
Das Schloss war einst ein Wasserschloss mit gemauertem Wassergraben. Im Zweiten Weltkrieg diente es als Unterkunft für ausgebombte Pforzheimer und Stuttgarter Bürger sowie später für Vertriebene.
Was ist über die Stephanuskirche bekannt?
Die Stephanuskirche geht auf das Mittelalter zurück und war früher Schlosskapelle. In ihr befinden sich eine hölzerne Säule des Grafenstuhl mit dem Wappen der Herren von Reischach sowie der Grabstein eines Onkels von Paracelsus.
Welche Infrastruktur gibt es in Riet?
Im Ort gibt es einen Kindergarten, eine Grundschule und ein Bürgerbüro als Außenstelle des Rathauses.
Was ist zur Eingemeindung von Riet angegeben?
Der Ausgangstext enthält zwei Angaben. Genannt werden eine Eingemeindung seit 1973 sowie eine Eingliederung am 1. Februar 1972.