Die KZ-Gedenkstätte Leonberg öffnet Besucherinnen und Besuchern ein Fenster in eines der dunkelsten Kapitel der Stadtgeschichte – ein Ort des Gedenkens, Lernens und Mitfühlens.
Die KZ-Gedenkstätte Leonberg erinnert an die Gräueltaten des Nationalsozialismus und an die mehr als 5.000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die zwischen Frühjahr 1944 und April 1945 unter unmenschlichen Bedingungen im alten Engelbergtunnel schuften mussten. Unter strenger Bewachung mussten die Häftlinge Teile für die Messerschmitt ME 262, den ersten Serien-Düsenjäger der Welt, montieren – darunter Tragflächen und Fahrwerke.
Die Häftlinge stammten aus vielen europäischen Ländern, waren unterernährt, geschwächt und vielfach dem Tod ausgeliefert. Viele starben im Lager an Krankheiten wie Typhus, andere kamen auf den Todesmärschen ums Leben, die bei der Auflösung des Lagers stattfanden. Nur wenige Verantwortliche wurden nach Kriegsende zur Rechenschaft gezogen.
Seit 2008 besteht am historischen Ort eine Dokumentationsstätte, die Besucherinnen und Besuchern historische Informationen, Biografien und Einblicke in die Geschehnisse vermittelt. Am Südportal des ehemaligen Tunnels befindet sich zudem die Namenswand, die am 8. Mai 2005 eingeweiht wurde und an die Opfer erinnert.
Die Gedenkstätte ist von März bis Oktober jeweils am ersten Sonntag im Monat geöffnet und befindet sich am Ende der Seestraße in Leonberg, im Bereich des ehemaligen Engelbergtunnels.
Die Anlage ist Teil des Gedenkstättenverbunds KZ-Komplex Natzweiler, dessen Außenlager Leonberg war.
Ein Besuch empfiehlt sich sowohl für Einzelpersonen als auch für Gruppen, Schulklassen und Geschichtsinteressierte – als wichtiger Beitrag zu Erinnerungskultur und historischer Verantwortung.
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