Flehingen: Historische Entwicklung von der Ersterwähnung bis 1973

Flehingen: Historische Entwicklung von der Ersterwähnung bis 1973

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Flehingen wurde bereits 778/779 urkundlich erwähnt und entwickelte sich über Jahrhunderte durch politische, religiöse und strukturelle Veränderungen.


Flehingen wurde in den Jahren 778/779 erstmals im Lorscher Kodex urkundlich erwähnt. Der Ort trug damals die Namen Flancheim oder Flanicheim. Sickingen wurde 784 erstmals als Sicchenheim genannt.

1158 begründete Berthold der Älteste von Sickingen die Linie derer von Flehingen. Beide Orte gehörten zunächst den Herren von Strahlenberg, einem Adelsgeschlecht bei Schriesheim an der Bergstraße nördlich von Heidelberg.

Im Jahr 1353 wurden in der sogenannten Speyerischen Fehde die Burgen in Flehingen und Sickingen von den Speyern zerstört. 1368 gingen Burg und Dorf Sickingen an die Kurpfalz über. Im selben Jahr errichtete Ludwig Wolff von Flehingen das Flehinger Schloss.

Das Kloster Lorsch verfügte über umfangreichen Besitz in Flehingen. Die Herren von Strahlenberg und ab 1368 die Kurpfalz vergaben den Ort als Lehen an örtlichen Adel. Dessen Erben waren ab 1638 die Wolff-Metternich.

1622 wurden Flehingen und Sickingen durch Truppen von Tilly geplündert und in Brand gesetzt. In Flehingen wurden dabei 170 Gebäude zerstört. Sickingen war von den Folgen weniger stark betroffen.

Ab den 20er Jahren des 16. Jahrhunderts wurden Flehingen und Sickingen unter Erpf Ulrich und seinem Bruder Ulrich Wolff protestantisch. Die 1523 erbaute Grabkirche St. Magdalena in Sickingen diente zunächst als evangelisches Gotteshaus. Flehingen blieb wahrscheinlich bis 1637 protestantisch. 1690 fand der erste katholische Gottesdienst seit der Reformation statt.

1666 breitete sich die als Rohte Ruhr bezeichnete Krankheit, auch als Pest bekannt, in beiden Orten aus.

1766 wurde der Volkspoet und Dorfschulmeister Samuel Friedrich Sauter geboren. Zwei Jahre später, 1768, verfügte Flehingen über mehr als 100 Feuerwehrmänner. Zur Ausrüstung gehörten unter anderem Löscheimer sowie Reitpferde für sogenannte Feuerreiter, die bei Großbränden Hilfe anforderten.

1876 erwarb die Gemeinde das Schloss sowie Wald- und Ländereien der Fürsten von Metternich.

1805 kam Flehingen an Baden und wurde 1810 dem Bezirksamt Bretten zugeteilt. Nach dessen Auflösung im Jahr 1936 wurde Flehingen dem Bezirksamt Karlsruhe zugeordnet, das ab 1938 als Landkreis Karlsruhe geführt wurde.

Am 1. April 1936 wurden Flehingen und Sickingen auf Anordnung der NSDAP zu einer Gemeinde zusammengeschlossen. Beide Orte lehnten diese Eingemeindung ab. Für die Bevölkerung in Sickingen bedeutete dies auch den Verlust des Ortsnamens.

Im Zuge der Kreisreform 1973 schloss sich die bis dahin selbständige Gemeinde Flehingen mit Oberderdingen zusammen.

 


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