Oberderdingen

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Historische Entwicklung von Großvillars

Großvillars: Geschichte von der Gründung bis 1973

Großvillars wurde 1699 von Waldensern gegründet und entwickelte sich über mehrere Verwaltungsänderungen bis zur Eingliederung nach Oberderdingen im Jahr 1973.


Großvillars wurde im Jahr 1699 von vertriebenen Waldensern gegründet. Der Ortsname leitet sich vom piemontesischen Villar Perosa ab.

Im selben Jahr entschloss sich der württembergische Herzog Eberhard Ludwig aus Ludwigsburg, rund 3000 Glaubensflüchtlinge aus den französisch-savoyischen Alpen aufzunehmen. Hintergrund war die durch den 30-jährigen Krieg entstandene Verwüstung und Entvölkerung seines Landes.

Im Januar 1700 wurde der Landvermesser Johannes Stahl aus Hohenhaslach mit der Vermessung von Straßen und Bauparzellen beauftragt. Geplant waren eine lange Hauptstraße, die heutige Freudensteiner Straße, sowie eine rechtwinklig abgehende kürzere Straße, die heutige Heilbronner Straße. Vorgesehen waren 13 Häuser, eine Kirche und ein Pfarrhaus. Der Ort trug zunächst den Namen Communaute de Villars und sollte eine selbstständige Gemeinde werden. Die ersten Gebäude bestanden aus einfachen Bretterkonstruktionen.

Im Jahr 1703 zerstörte ein Brand 19 Holzhäuser, 16 im Bau befindliche Häuser und 26 Scheunen. 119 Menschen wurden obdachlos. Der Ort wurde anschließend neu aufgebaut. Herzog Eberhard Ludwig ordnete an, künftig nur noch in Stein zu bauen. Die benötigten Baumaterialien wurden von Bürgern aus Derdingen und Knittlingen bereitgestellt.

Bis 1720 entstanden 46 feste Häuser, 26 Scheunen und 18 Holzbaracken. Um 1715 fanden Gottesdienste in einer provisorischen Kirchenbaracke statt. 1716 wurde eine erste Kirche in Fachwerkbauweise errichtet. Zwischen 1748 und 1752 entstand mit Unterstützung der reformierten Kirchen aus England und den Niederlanden eine steinerne Kirche.

Ab 1720 siedelten vermehrt deutsche Familien in Großvillars. Ein herzoglicher Erlass verlangte die Ansiedlung bestimmter Handwerksberufe. Da diese von den Waldensern nicht ausgeübt wurden, kamen neue Bewohner hinzu. Der Schulunterricht für deutsche Kinder fand in Knittlingen statt, da in Großvillars ausschließlich in französischer Sprache unterrichtet wurde.

1821 wurde ein Schulhaus errichtet, das zugleich als Rathaus diente. Im Erdgeschoss befanden sich ein Schulsaal und ein Ratszimmer, im Obergeschoss eine Lehrerwohnung, die bis 1965 genutzt wurde. 1852 wurde das Pfarramt gebaut.

Großvillars bildete zunächst gemeinsam mit Kleinvillars eine Gemeinde, die 1826 getrennt wurde. 1866 wurde die Gemarkung zwischen Oberderdingen und Knittlingen aufgeteilt. Zwei Drittel des Ortes kamen zu Knittlingen, der restliche Teil zu Derdingen.

Auslöser war ein Besuch von König Karl im Jahr 1866. Der kommissarische Schultes Combe schilderte die finanzielle Situation der Gemeinde, deren Steuereinnahmen vollständig an Derdingen und Knittlingen abgeführt werden mussten. Der König stimmte einer Auflösung der Selbstständigkeit zu.

Diese Aufteilung bestand bis 1973. Nach einer Anhörung der Bevölkerung wurde Großvillars am 01.01.1973 vollständig in die Gemeinde Oberderdingen eingegliedert.

 


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