Böblingen

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Methanisierungsanlage Sindelfingen offiziell in Betrieb genommen

In Sindelfingen wurde eine neue Methanisierungsanlage eröffnet. Die Anlage verarbeitet Rohbiogas aus Leonberg zu Biomethan und speist es ins öffentliche Gasnetz ein.


Zwei Wochen nach der Einweihung der Vergärungsanlage in Leonberg ist ein weiterer Bestandteil des regionalen Bioabfallverwertungsprozesses fertiggestellt worden. Auf der ehemaligen Kreismülldeponie Dachsklinge in Sindelfingen wurde die Methanisierungsanlage offiziell in Betrieb genommen.

Die Anlage verarbeitet Rohbiogas aus der Vergärungsanlage in Leonberg zu Biomethan mit einer Reinheit von über 97 Prozent. Über eine 3,3 Kilometer lange Leitung gelangt das Gas nach Sindelfingen. Dort wird es mithilfe von Membrantechnologie aufbereitet und anschließend in das öffentliche Gasnetz eingespeist.

Nach Angaben der Projektbeteiligten werden jährlich rund 40.000 Megawattstunden Energie erzeugt. Das bei der Aufbereitung entstehende Kohlenstoffdioxid wird verflüssigt und als Wertstoff in Lebensmittelqualität vermarktet. Die jährliche Menge beträgt rund 5.000 Tonnen.

Landrat Roland Bernhard erklärte, das Projekt sei ein Beitrag zur regionalen Energieversorgung. Bioabfall aus den Landkreisen Böblingen und Esslingen werde in Leonberg und Sindelfingen verarbeitet und liefere Energie für die Region.

Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, bezeichnete die Kombination aus Bioabfallvergärung, Biomethanaufbereitung und CO₂-Verflüssigung als innovatives Modell. Das Land Baden-Württemberg unterstützte die CO₂-Abscheidung mit 960.000 Euro.

Oberbürgermeister Markus Kleemann betonte die Bedeutung des Projekts für die regionale Energieversorgung. In Sindelfingen entstehe mit Photovoltaik, Biogasaufbereitung und perspektivisch einem Biomasseheizwerk eine Energiedrehscheibe für erneuerbare Energien.

Wolfgang Bagin, Geschäftsführer der Bioabfallverwertung GmbH Leonberg und der Biomethanverwertung GmbH Sindelfingen, verwies auf die Projektentwicklung nach einem Brand der Vergärungsanlage Leonberg im Jahr 2019. Nach dem Wiederaufbau seien nun beide Anlagen als erweitertes System in Betrieb.

Dr. Karl Peter Hoffmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Sindelfingen, erklärte, das erzeugte Biomethan ersetze fossiles Erdgas im städtischen Netz und werde unter anderem für die Fernwärmeerzeugung genutzt.

Die Methanisierungsanlage kostete knapp 8,0 Millionen Euro inklusive Gasleitung und CO₂-Abscheidung. Sie ist Teil eines interkommunalen Projekts der Landkreise Böblingen und Esslingen sowie der Stadt Sindelfingen. Die Gesamtinvestition für Vergärungsanlage und Biogasaufbereitung beträgt rund 54 Millionen Euro.

Nach Angaben der Projektverantwortlichen sparen beide Anlagen zusammen jährlich rund 18.000 Tonnen CO₂ ein. Dies entspricht dem jährlichen CO₂-Fußabdruck von etwa 1.600 Menschen.


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