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Ein Chronikauszug schildert die Nacht vom 7. auf den 8. Oktober 1943 in Hildrizhausen mit schweren Zerstörungen, einem Todesopfer und zahlreichen obdachlos gewordenen Familien.
Ein Auszug aus der Chronik Hildrizhausens von Pfarrer Wolf beschreibt den Luftangriff auf die Gemeinde in der Nacht vom 7. auf den 8. Oktober 1943. Nach Darstellung des Verfassers wurde Hildrizhausen dabei zu einem Drittel zerstört.
Dem Angriff war laut Chronik ein freundlicher Herbsttag vorausgegangen. In der Nacht gegen 0.00 Uhr begann der Fliegerangriff. Der Verfasser schildert starke Erschütterungen der Häuser, das Pfeifen niedergehender Bomben und das Feuerwehrsignal. Kurz darauf sei die Nacht hell erleuchtet gewesen.
Nach den Aufzeichnungen brannten auf der Süd-, Südost- und Ostseite des Pfarrhauses sowie westlich davon zahlreiche Häuser. Das Reichardtsche und das Zwirnersche Haus in unmittelbarer Nachbarschaft des Pfarrhauses blieben demnach unberührt. Über der Geierhalde seien Einschläge zu sehen gewesen. Auch das große Schulhaus habe Feuer gefangen und in kurzer Zeit in Flammen gestanden.
Die Südseite der Hafnerstraße brannte laut Chronik fast vollständig nieder. Genannt werden Ausnahmen bei den Häusern von Schuhmacher Gotthilf Reichard, Wolf, Bürgermeister Walzen, Witwe Völler beim Schulhaus und Waldhüter Schütz. Auch auf der Nordseite der Hafnerstraße seien von Kaups Haus und von der Schmiede ab bis einschließlich Häusslers Haus Gebäude zerstört worden.
Verschont blieben nach dem Bericht die Kirche, sämtliche Wohnhäuser des dahinterliegenden Hinterdorfs mit Ausnahme des Hauses der Witwe Holder am Ende der Ehninger Straße sowie das Pfarrhaus. Am Pfarrgarten habe das Feuer Halt gemacht. Als günstige Umstände nennt die Chronik Windstille, milde Witterung und das Ausbleiben von Sprengbomben.
Fast sämtliche Häuser des Hundsrückens wurden den Angaben zufolge zerstört. Auch die Untere Mühle brannte ab. In der Altdorfer Straße wurden die Häuser von Schreiner Gauß und Wittel sowie von Barth, Witwe Gomringer und Stierle zerstört. Auch um das Gasthaus zur Krone fielen mehrere Häuser dem Feuer zum Opfer.
Die Löscharbeiten erfolgten mit Pumpen und Spritzen. Später trat laut Bericht völliger Wassermangel ein. Danach sei zunächst mit Most und anschließend mit Gülle gelöscht worden. Dennoch hätten viele Gebäude nicht gerettet werden können. Die Hitze sei so groß gewesen, dass Hartgeld in der Kasse des Kirchenpflegers zu einem Klumpen zusammengeschmolzen sei.
Am Morgen gegen 7.00 Uhr stürzte nach Darstellung des Verfassers das Gebälk des großen Schulhauses ein. Gegen 6.00 Uhr früh wurde bekanntgegeben, dass Fliegergeschädigte in der Krone ein Frühstück erhalten und Nichtgeschädigte einen Brotlaib bringen sollen.
Zur Zeit der Katastrophe hatte Hildrizhausen laut Chronik 852 Einwohner. Insgesamt wurden 53 Wohnhäuser als zerstört angegeben. Das entspreche einem Drittel des gesamten Wohnbestands. Etwa 60 Familien wurden obdachlos und fanden den Angaben zufolge in unversehrt gebliebenen Häusern Unterkunft. Eine Reihe von Scheunen wurde ebenfalls zerstört. Von den drei Gasthäusern der Gemeinde brannten zwei ab, der Löwen und der Hirsch.
Auch Tiere kamen bei der Brandkatastrophe ums Leben. Genannt werden 11 Stück Großvieh, 2 Kälber, 21 Schweine, 1 Ziege, 170 Hasen, 401 Hühner und 6 Gänse. Laut Chronik hatte sich weiteres Vieh verlaufen und musste später zusammengesucht werden.
Die Brandkatastrophe forderte auch ein Menschenleben. Die 40 Jahre alte Katharine Graf, genannt Brösamle, wurde laut Bericht beim Herausführen eines Tieres aus dem Stall von einer niederfallenden Brandbombe getroffen. Sie erlitt schwere Brandwunden, wurde in das Herrenberger Krankenhaus gebracht und starb dort am Samstag, 9. Oktober, um 07:00 Uhr.
Der Chronikauszug schildert auch Schäden in den Nachbarorten. In Altdorf seien in derselben Nacht 13 Menschen ums Leben gekommen. Genannt werden außerdem schwere Verheerungen in Holzgerlingen, Böblingen und Nufringen. Als mögliche Ursache für die Zielwahl wird in der Chronik dichter Nebel erwähnt. Eine gesicherte Begründung wird nicht genannt.
Im Gottesdienst am darauffolgenden Sonntag wurde des Geschehens gedacht. Für die Kirchengemeinde erwies sich das Gemeindehaus laut Chronik als wichtige Hilfe. Dort fanden zunächst Brandgeschädigte Unterkunft. Später wurden dort der Bäckerladen, der Kindergarten und der Schulunterricht untergebracht.
Die Bäckersfamilie Reichardt fand dort nach dem Verlust ihres Hauses, der Bäckerei und Wirtschaft zum Löwen, Zuflucht. Bis Ende Juli 1944 sei der Löwen als erstes wieder errichtet worden. Das Brot wurde zunächst aus Herrenberg bezogen und im Gemeindehaus verkauft. Der Schulunterricht wurde wenige Wochen nach dem Brand in den Gemeindehaussaal verlegt und blieb dort bis zum Zusammenbruch 1945 und auch danach noch einige Zeit.
Unterstützung erhielt Hildrizhausen nach den Aufzeichnungen auch durch Spenden. Aufgeführt werden 1.340 RM vom Evangelischen Oberkirchenrat, 1.000 RM von der Brüdergemeinde Korntal, weitere Einzelgaben aus Korntal in Höhe von 1.175 RM, Einzelgaben von anderer Seite in Höhe von 716 RM, 200 RM von der Kirchenpflege Gärtringen und 100 RM von der Kinderschule Gärtringen.
Weiter heißt es, das Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Württemberg habe im Jahr 1947 für die Fliegerbeschädigten in Hildrizhausen 15.000 RM gestiftet. Die Beträge seien je nach Schadensumfang verteilt worden. Genannt werden Auszahlungen von 70 RM, 100 RM, 120 RM, 140 RM und 230 RM. Die meisten Geschädigten hätten 230 RM erhalten.
Der Chronikauszug beschreibt neben der materiellen Not auch Reaktionen der Bevölkerung. Erwähnt werden Weinen, Verzweiflung, gefasstes Tragen des Unglücks und einzelne Berichte über Versöhnung zwischen zuvor zerstrittenen Menschen.
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Was beschreibt der Chronikauszug aus Hildrizhausen?
Der Auszug beschreibt den Luftangriff auf Hildrizhausen in der Nacht vom 7. auf den 8. Oktober 1943 und dessen Folgen.
Wie stark wurde Hildrizhausen laut Chronik beschädigt?
Nach den Aufzeichnungen wurde die Gemeinde zu einem Drittel zerstört.
Wie viele Wohnhäuser wurden zerstört?
In der Chronik werden 53 zerstörte Wohnhäuser genannt.
Wie viele Familien wurden obdachlos?
Etwa 60 Familien wurden laut Chronik obdachlos.
Gab es Todesopfer in Hildrizhausen?
Ja. Laut Chronik starb die 40 Jahre alte Katharine Graf nach schweren Brandverletzungen.
Welche öffentlichen Gebäude waren betroffen?
Das große Schulhaus brannte und stürzte am Morgen gegen 7.00 Uhr ein. Das Gemeindehaus blieb unversehrt.
Welche Hilfe wurde nach der Katastrophe organisiert?
Fliegergeschädigte erhielten Frühstück in der Krone. Unterkunft wurde in unversehrt gebliebenen Häusern organisiert. Das Gemeindehaus diente als Unterkunft, Verkaufsstelle für Brot sowie als Ort für Schulunterricht und Kindergarten.
Welche Spendensummen werden im Chronikauszug genannt?
Genannt werden 1.340 RM, 1.000 RM, 1.175 RM, 716 RM, 200 RM, 100 RM sowie später 15.000 RM.
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