Jettingen

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Jettingen: Historische Entwicklung von der Jungsteinzeit bis heute

Jettingen: Historische Entwicklung von der Jungsteinzeit bis heute

Die Geschichte Jettingens reicht von frühen Siedlungen um 2000 v. Chr. über römische und alemannische Einflüsse bis zur modernen Gemeindeentwicklung.


Das Gebiet der heutigen Gemeinde Jettingen war bereits um 2000 v. Chr. besiedelt. Dies belegen Ausgrabungen aus dem Jahr 1955. Funde von Grabhügeln nördlich von Oberjettingen weisen auf Besiedlungen in der Hallstattzeit hin. Dort wurden unter anderem ein menschliches Skelett sowie Grabbeigaben entdeckt.

Zwischen 400 und 100 v. Chr. wurden die Hallstattleute von Kelten verdrängt. Eine keltische Viereckschanze im Wald südwestlich von Oberjettingen zeugt von dieser Zeit.

Um das Jahr 72 n. Chr. übernahmen die Römer die Kontrolle über das Gebiet. Etwa im Jahr 260 wurden sie von den Alemannen verdrängt. Diese benannten ihre Siedlung nach ihrem Anführer Uoto als „Uotingen“. Der Ortsname geht auf diese Bezeichnung zurück.

Im Jahr 553 unterlagen die Alemannen den Franken. Mit der fränkischen Herrschaft setzte die Christianisierung ein. In dieser Zeit entstanden die Kirchen in Oberjettingen und Unterjettingen. Zwischen etwa 700 und 800 wurde die ursprüngliche Siedlung „Ütingen“ aufgegeben. Es entstanden zwei neue Dörfer, aus denen Oberjettingen und Unterjettingen hervorgingen.

Unterjettingen wurde erstmals im Jahr 1229 urkundlich erwähnt. Der Ort stand zunächst unter der Herrschaft der Pfalzgrafen von Tübingen. Durch Heirat ging er 1247 an die Grafschaft Hohenberg über. Im Jahr 1398 erwarb der Markgraf von Baden den Ort. 1603 wurde Unterjettingen durch einen Gebietstausch Teil Württembergs und dem Amt Altensteig zugeordnet.

Oberjettingen gehörte ebenfalls zunächst den Pfalzgrafen von Tübingen. Diese verkauften den Ort im Jahr 1288 an das Kloster Reuthin. Nach der Reformation im Jahr 1534 kam Oberjettingen zum Herzogtum Württemberg und wurde dem Amt Wildberg unterstellt.

Der Ort Sindlingen wurde erstmals 1150 als „Sindelingen“ erwähnt. Die Domäne war von 1452 bis 1618 im Besitz der Familie von Gültlingen. Danach wechselte das Gut mehrfach den Besitzer. Im Jahr 1640 wurde es an Andreas von Bernerdin verkauft und blieb über 140 Jahre im Besitz dieser Familie.

Am 9. November 1785 erwarb Reichsgräfin Franziska von Hohenheim das Schloss Sindlingen. Nach dem Tod von Herzog Karl Eugen nutzte sie das Anwesen als Sommersitz. Von 1794 bis 1819 hielt sich der Pietist Johann Michael Hahn in Sindlingen auf.

Nach dem Tod der Herzogin im Jahr 1811 wurde das Gut am 26. Februar 1812 an Fürstin Philippine Karoline von Colloredo-Mansfeld verkauft. Diese erweiterte das Anwesen und erhielt 1814 das Recht, Sindlingen zu einer eigenen Markung zu machen.

Im Februar 1840 erwarb die Hofdomänenkammer das Gut für 220.000 Gulden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gut Sindlingen im Jahr 1954 im Zuge der Bodenreform enteignet.

Die Pächter der Domäne Sindlingen zwischen 1843 und 1954 waren Friedrich und Gottlob Bräuninger (1843–1855), Friedrich Bräuninger (1855–1870), Heinrich Bräuninger (1870–1888), N. N. Ruoff (1888–1896), Friedrich Adlung (1896–1921), Rudolf und Friedrich Adlung (1921–1946) sowie Friedrich Adlung (1946–1954).

Nach der Gründung des Königreichs Württemberg im Jahr 1806 gehörten Ober- und Unterjettingen zunächst zum Oberamt Nagold und ab 1810 zum Oberamt Herrenberg. Im Jahr 1938 wurden beide Orte dem Landkreis Böblingen zugeordnet.

Am 16. April 1945 wurde Oberjettingen durch Jagdbomber angegriffen. Dabei brannten 172 Gebäude nieder. Am 17. April 1945 marschierten französische Truppen ein. Es kam zu Gewaltverbrechen gegen die Bevölkerung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Ober- und Unterjettingen Teil der Amerikanischen Besatzungszone und gehörten zum Land Württemberg-Baden. Seit 1952 sind sie Bestandteil des Bundeslandes Baden-Württemberg.

Seit 1955 entstanden in beiden Ortsteilen neue Wohngebiete. Gleichzeitig wurden Gewerbeflächen erschlossen. Die Gemeinde entwickelte sich von einer landwirtschaftlich geprägten Struktur zu einem modernen Wohn- und Arbeitsstandort.

Am 1. Dezember 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Oberjettingen und Unterjettingen mit Sindlingen zur Gemeinde Jettingen zusammengeschlossen. Ein neues Ortszentrum entstand zwischen den Ortsteilen. Dort wurden unter anderem eine Mehrzweckhalle und eine Schule errichtet.

Im Jahr 1984 wurde ein Gemeindezentrum mit Rathaus, Post und Feuerwehrgerätehaus gebaut. Die ehemalige Hauptschule wurde später in eine Gesamtschule umgewandelt.

Seit 2011 wird die Ortsdurchfahrt durch eine nördlich gelegene Ortsumfahrung entlastet.

Heute leben rund 8.000 Einwohner in Jettingen. In der Gemeinde sind etwa 1.400 Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich vorhanden. Neben der wirtschaftlichen Entwicklung wurden auch öffentliche Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Altenpflegeheime und Infrastruktur ausgebaut.

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Seit wann ist das Gebiet von Jettingen besiedelt?
Das Gebiet ist seit etwa 2000 v. Chr. besiedelt.

Wer prägte den Namen Jettingen?
Die Alemannen benannten die Siedlung nach ihrem Anführer Uoto als „Uotingen“.

Wann entstanden Ober- und Unterjettingen?
Die beiden Orte entstanden zwischen etwa 700 und 800 n. Chr.

Wann wurde Unterjettingen erstmals erwähnt?
Unterjettingen wurde im Jahr 1229 erstmals urkundlich genannt.

Wann wurde die Gemeinde Jettingen gegründet?
Die heutige Gemeinde entstand am 1. Dezember 1971 durch den Zusammenschluss von Oberjettingen und Unterjettingen mit Sindlingen.

Welche Ereignisse prägten das Jahr 1945 in Jettingen?
Am 16. April 1945 wurde Oberjettingen bombardiert, am 17. April marschierten französische Truppen ein.

Wie entwickelte sich Jettingen nach dem Zweiten Weltkrieg?
Seit 1955 entstanden neue Wohngebiete und Gewerbeflächen, wodurch sich die Gemeinde weiterentwickelte.

 

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