Ludwigsburg (Landkreis)

Hinweis: Die auf dieser Homepage veröffentlichten Texte sowie visuellen Inhalte wurden ganz oder teilweise mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder redaktionell bearbeitet.

Hohenasperg: Vom keltischen Fürstensitz zum historischen Lernort

Hohenasperg: Vom keltischen Fürstensitz zum historischen Lernort

Der Hohenasperg erzählt über 2.500 Jahre Geschichte: Vom keltischen Fürstensitz über Festung und Staatsgefängnis bis hin zu Museum, Justizvollzug und Tourismusziel.

Der Hohenasperg zählt zu den geschichtsträchtigsten Orten in Baden-Württemberg. Der markante Berg bei Asperg im Landkreis Ludwigsburg erhebt sich rund 100 Meter über das Umland und war über Jahrtausende hinweg ein strategischer, politischer und gesellschaftlicher Schlüsselort. Seine Nutzung spiegelt die wechselvolle Geschichte Südwestdeutschlands wider – von der Frühgeschichte bis in die Gegenwart.

Bereits zwischen 750 und 400 v. Chr. war der Hohenasperg ein überregional bedeutender keltischer Fürstensitz der frühen Latènezeit. Zahlreiche Grabhügel in der Umgebung – darunter das berühmte Grab von Hochdorf – sind bewusst auf den Berg ausgerichtet und belegen seine zentrale Rolle als Macht- und Kultort. Um 500 n. Chr. nutzten die Franken den Berg als Herrensitz und Thingstätte zur Sicherung ihrer Südgrenze.

Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 819, als der Name „Assesberg“ in einer Schenkungsurkunde des Klosters Weißenburg erscheint. Im Mittelalter entwickelte sich der Berg zunehmend zu einem Herrschaftszentrum. Ab dem 13. Jahrhundert war er Sitz der Grafen von Asperg, später ging er an Württemberg über. Die Stadt Hohenasperg wurde 1304 erstmals erwähnt, ihre Bewohner jedoch im 16. Jahrhundert an den Fuß des Berges umgesiedelt, als die Anlage zur Landesfestung Württembergs ausgebaut wurde.

Besonders prägend war der Dreißigjährige Krieg, als sich zeitweise rund 2.000 Menschen – Soldaten wie Zivilisten – auf dem Berg aufhielten. Nach weiteren militärischen Auseinandersetzungen, unter anderem im Pfälzischen Erbfolgekrieg, verlor die Festung Ende des 17. Jahrhunderts ihre militärische Bedeutung.

Ab dem 18. Jahrhundert wandelte sich der Hohenasperg endgültig zum Gefängnisstandort. Hier waren zahlreiche prominente Persönlichkeiten inhaftiert, darunter der Dichter und Journalist Christian Friedrich Daniel Schubart, der ohne Prozess zehn Jahre festgesetzt wurde. Im 19. Jahrhundert diente der Hohenasperg unter anderem als Haftort für Revolutionäre, später als Invalidenanstalt, Kriegsgefangenenlager und Strafanstalt. Während der NS-Zeit war er Ort politischer Verfolgung und Sammelstelle für Deportationen, insbesondere von Sinti und Roma.

Seit 1968 ist der Hohenasperg ein Justizvollzugskrankenhaus des Landes Baden-Württemberg, ergänzt durch eine sozialtherapeutische Anstalt. Gleichzeitig öffnete sich der Berg zunehmend auch für die Öffentlichkeit: Mit der Einrichtung des Museums im Arsenalbau, neuen Wegen durch die Weinberge und Informationsangeboten ist der Hohenasperg heute ein bedeutender Erinnerungs-, Bildungs- und Tourismusort.

 

#Hohenasperg #GeschichteBW #Asperg #Festung #Zeitgeschichte

Kommentar schreiben

Senden