Karlsruhe

Hinweis: Inhalte dieser Website wurden ganz oder teilweise mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder redaktionell bearbeitet. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Wir übernehmen keine Haftung für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität. Wir sind kein Veranstalter; verantwortlich sind ausschließlich die jeweiligen Anbieter bzw. Veranstalter.

Baumgartensiedlung Karlsruhe-Rüppurr als Modell moderner Nachkriegsarchitektur

Baumgartensiedlung Karlsruhe-Rüppurr als Modell moderner Nachkriegsarchitektur

Die Baumgartensiedlung in Karlsruhe-Rüppurr gilt bis heute als beispielhaftes Wohnprojekt der 1960er-Jahre. Große Teile stehen unter Denkmal- und Erhaltungsschutz.


Die Baumgartensiedlung liegt im Süden von Karlsruhe im Stadtteil Rüppurr, rund sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Sie entstand zwischen 1962 und 1973 in drei Bauabschnitten auf einer Fläche von etwa 37,5 Hektar. Bauherr war die Baugesellschaft GAGFAH, die das Areal nach anspruchsvollen städtebaulichen und gestalterischen Prinzipien entwickeln ließ.

Geplant wurde die Siedlung von der Werkgemeinschaft Karlsruhe unter maßgeblicher Verantwortung von Professor Paul Schütz. Ziel war es, an die Moderne der 1920er-Jahre anzuknüpfen und zugleich den gestiegenen Wohnansprüchen der 1960er-Jahre gerecht zu werden. Entstanden sind rund 700 Wohneinheiten für etwa 3.000 Bewohner in unterschiedlichen Wohnformen. Dazu zählen eingeschossige Bungalows, zweigeschossige Reihenhäuser, Mehrfamilienwohnblocks sowie drei Hochhäuser.

Der nördliche Bereich ist von mehrgeschossiger Zeilenbebauung und Hochhäusern geprägt, während im Süden überwiegend verdichteter Reihenhausbau auf kleineren Grundstücken umgesetzt wurde. Die Mischung aus Wohnungsgrößen richtete sich an Familien, kleinere Haushalte und Alleinstehende. Die Gebäude sind überwiegend in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet und ermöglichen weite Blickachsen in Richtung der nördlichen Ausläufer des Schwarzwaldes.

Besonderes Augenmerk lag auf der detaillierten Gestaltung. Sichtschutzwände, Vordächer, Wegepflasterungen und begrünte Innenhöfe prägen bis heute den einheitlichen und zeitlosen Charakter der Siedlung. Acht unterschiedliche Haustypen im Flachbaubereich vermeiden eine monotone Bebauung. Ergänzt wurde das Wohngebiet durch ein Ladenzentrum, einen Kindergarten und großzügige Spielflächen, die ohne Durchgangsverkehr erreichbar sind. Die Freianlagen wurden von Landschaftsarchitekten aus Stuttgart gestaltet.

Die Baumgartensiedlung erhielt mehrfach fachliche Anerkennung. 1976 wurde sie mit der Weinbrenner-Plakette der Stadt Karlsruhe ausgezeichnet, 1980 erklärte das Land Baden-Württemberg sie zum Sieger des Landeswettbewerbs „Wohnen am Stadtrand“. Aufgrund ihres modellhaften Charakters, der reduzierten Materialwahl und der hohen Ausführungsqualität steht der älteste Teil der Siedlung als Sachgesamtheit unter Denkmalschutz. Spätere Bauabschnitte aus den 1970er-Jahren sind davon ausgenommen, werden jedoch städtebaulich als Teil einer Gesamteinheit betrachtet.

Um den besonderen Charakter dauerhaft zu sichern, hat die Stadt Karlsruhe für das gesamte Gebiet eine Erhaltungssatzung beschlossen. Ergänzend sorgen privatrechtliche Vereinbarungen mit Eigentümern dafür, dass gestalterische Vorgaben auch über den Bebauungsplan hinaus eingehalten werden.

 


#Karlsruhe #Rüppurr #Baumgartensiedlung #Denkmalschutz #Städtebau #Architektur

Kommentar schreiben

Senden

Landkreis Karlsruhe Banner

Landkreis Karlsruhe Werbung:
V