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Grötzingen: Geschichte, Eingemeindung 1974 und Verkehrsknoten im Osten

Grötzingen: Geschichte, Eingemeindung 1974 und Verkehrsknoten im Osten

Grötzingen liegt am östlichen Rand von Karlsruhe und verbindet frühe Siedlungsgeschichte mit prägenden Ereignissen des 20. Jahrhunderts. Der Stadtteil ist seit 1974 Teil Karlsruhes und über Stadtbahnlinien regional angebunden.


Grötzingen ist ein Stadtteil am östlichen Rand von Karlsruhe in Baden-Württemberg. Er wurde am 1. Januar 1974 nach Karlsruhe eingemeindet. Die Fläche beträgt 11,3 Quadratkilometer. Am 30. Juni 2014 hatte Grötzingen 9.168 Einwohner.

Erste Ansiedlungen sind für das 4. und 7. Jahrhundert nördlich und südlich der Pfinz nachgewiesen. Der Ortsname „Grezingen“ wird mit einem Sippenältesten namens Grezzo in Verbindung gebracht. Grötzingen ist in Quellen im Zusammenhang mit dem Salischen Kirchenraub genannt, der 985 datiert wird. Eine weitere Nennung findet sich im Lagerbuch des Klosters Weißenburg für das Jahr 991. Im 12. Jahrhundert gelangte der Ort in den Besitz der Staufer. Auf Grötzinger Gemarkung wurde in dieser Zeit Durlach gegründet.

Für das 13. Jahrhundert ist ein Kastell erwähnt. Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der Burg auf dem Turmberg verbunden, die den Grötzinger Grafen als Herrensitz diente. Die Kirche im Ort mit der gedrehten Turmspitze ist erstmals 1255 belegt. 1273/74 eroberte König Rudolf I. von Habsburg kurzzeitig Burgen und Städte in der Region, darunter Grötzingen. Als Anlass gilt ein Streit um Zölle. Die Schäden werden als begrenzt beschrieben.

Im Ortsbild ist das Schloss Augustenburg ein zentraler Bezugspunkt. Es entstand 1564 durch einen Umbau und ist nach der Markgräfin Auguste-Maria von Baden-Durlach benannt. Grötzingen ist in Altkircher-, Ober-, Unter- und Mittelviertel eingeteilt. Das Rathaus liegt im Mittelviertel. Es wurde ursprünglich 1584 erbaut und erhielt 1688 seine heutige Form. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde Grötzingen durch Pest, Dreißigjährigen Krieg und Pfälzischen Erbfolgekrieg schwer getroffen und teilweise niedergebrannt.

Für die Zeit des Nationalsozialismus sind konkrete Ereignisse dokumentiert. Im September 1936 lebte eine jüdische Gemeinde mit etwa 20 Mitgliedern in Grötzingen. Während der Novemberpogrome vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge geschändet und stark beschädigt, aber nicht angezündet. Sie wurde Anfang 1939 im Auftrag der Gemeinde abgerissen. Am 22. Oktober 1940 wurden die letzten zehn noch im Ort lebenden Menschen jüdischen Glaubens zusammen mit weiteren Juden aus Baden und der Pfalz nach Südfrankreich in das Lager Camp de Gurs deportiert.

Im Zweiten Weltkrieg war Grötzingen auch von Luftangriffen betroffen. In der Nacht vom 24. auf den 25. April 1944 wurde Grötzingen zu 24 Prozent zerstört; drei Menschen starben. Als Ursache für die Abweichung der Bombardierung wird ein Gewittersturm während der Markierungen genannt, wodurch Karlsruhe vergleichsweise verschont blieb, umliegende Orte jedoch schwer getroffen wurden.

Neben der Ortsgeschichte ist die Kulturentwicklung ein fester Bestandteil des Stadtteils. 1889 entstand die Grötzinger Malerkolonie. Zu den genannten Vertretern zählen unter anderem Friedrich Kallmorgen, Margarethe Hormuth-Kallmorgen, Gustav Kampmann, Karl Biese sowie Jenny und Otto Fikentscher. Die Gruppe löste sich nach einer Darstellung 1903 endgültig auf, nach einer anderen Einordnung etwa um 1920. Der Name „Badisches Malerdorf“ wird mit dieser Tradition verbunden. Grötzingen ist Mitglied in der Vereinigung historischer Künstlerkolonien euroArt.

Ein sichtbarer Teil der Erinnerungskultur ist der Historische Rundgang. Er wurde 1991 zum 1000-jährigen Ortsjubiläum eingerichtet und bot mit 38 Informationstafeln Einblicke in die Ortsgeschichte. 2012 wurden die Tafeln durch neu gestaltete Stelen ersetzt. Die Texte basieren auf den ursprünglichen Fassungen von Hans Knab und wurden von Simone Maria Dietz überarbeitet. Als weiteres kulturhistorisches Element führt die Bertha Benz Memorial Route durch Grötzingen. Sie erinnert an eine Fahrt im Jahr 1888, die über Grötzingen nach Pforzheim führte.

Die Eingemeindung nach Karlsruhe war Ergebnis eines kommunalpolitischen Entscheidungsprozesses. Am 11. März 1973 fand eine Abstimmung über einen Beitritt zur Gemeinde Pfinztal statt. 63 Prozent stimmten dafür und 36 Prozent dagegen. Gleichzeitig wird ausgewiesen, dass wegen der Wahlbeteiligung nur 44,58 Prozent der Wahlberechtigten einen Beitritt befürworteten. Der Gemeinderat war daher nicht gebunden. Ein weiterer Bericht nennt eine Wahlbeteiligung von 71,9 Prozent und beschreibt eine Entscheidung des Gemeinderats am 3. Mai 1973 für die Verwaltungseinheit Karlsruhe. Die Eingemeindung erfolgte am 1. Januar 1974.

Verkehrlich ist Grötzingen über den Bahnhof an der Strecke Karlsruhe–Mühlacker angebunden. Dort zweigt die Kraichgaubahn nach Heilbronn ab. Am Bahnhof halten ausschließlich Züge der Stadtbahn Karlsruhe. Genannt sind die Linien S5 und S51 sowie die S4. Zusätzlich bestehen Busverbindungen, darunter die Linien 21 und 22 mit Anschlüssen Richtung Durlach. Westlich von Grötzingen kreuzen sich die Bundesstraßen B10 und B3. Die B10 führt als Umgehung von Durlach durch den Grötzinger Tunnel.

 


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