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Studie beleuchtet rechtsextreme „Terrorgram“-Szene in Baden-Württemberg

Eine kriminologische Auswertung zeigt Struktur, Radikalisierung und Gefährdungspotenzial eines digital organisierten rechtsextremen Netzwerks.


Der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl hat am 13. Januar 2026 in Stuttgart Ergebnisse einer kriminologischen Analyse zur sogenannten „Terrorgram“-Szene vorgestellt. Untersucht wurde ein rechtsextremistisches Netzwerk, das sich vor allem über den Messenger-Dienst Telegram organisiert, radikalisiert und terroristische Gewalt propagiert.

Die Auswertung basiert auf 37 Fällen, die zwischen 2020 und 2025 sicherheitsbehördlich bekannt wurden. Die Szene ist jugendlich geprägt. Das durchschnittliche Alter liegt bei etwas über 16 Jahren. In der Hälfte der Fälle erfolgte die Radikalisierung innerhalb von weniger als zwölf Monaten. Anschläge und Amoktaten werden verherrlicht. Es wird zur Nachahmung aufgerufen. Die Gewaltbereitschaft ist hoch. In den meisten Fällen lagen fortgeschrittene Vorbereitungshandlungen vor, darunter Waffenbeschaffung oder konkrete Tatplanungen.

Fast alle untersuchten Personen wiesen diagnostizierte psychische Erkrankungen oder deutliche psychische Auffälligkeiten auf. Über 68 Prozent hatten eine entsprechende Diagnose, weitere 24 Prozent zeigten klare Anzeichen. Zudem waren die meisten Betroffenen familiär vernachlässigt und sozial isoliert. Der Studie zufolge kommt dem sozialen Umfeld eine wichtige Rolle als Frühwarnsystem zu.

Die Entdeckung der Fälle erfolgte überwiegend durch die Sicherheitsbehörden selbst. In rund drei Vierteln der Fälle wurden die Personen eigenständig identifiziert. Die Analyse sieht darin einen Hinweis auf eine effiziente Zusammenarbeit von Polizei und Verfassungsschutz. Das Dunkelfeld wird auf einen hohen dreistelligen Bereich geschätzt.

Durchgeführt wurde das Forschungsprojekt von der Staatsschutz Analyse- und Forschungseinheit im Staatsschutz- und Anti-Terrorismuszentrum Baden-Württemberg (SAT BW) des Landeskriminalamt Baden-Württemberg in Kooperation mit den Generalstaatsanwaltschaften Stuttgart und München. Ziel war es, Struktur und Radikalisierungsprozesse der Szene systematisch zu erfassen.

Auf Basis der Ergebnisse sollen praxisrelevante Maßnahmen abgeleitet werden. Geplant sind unter anderem Handreichungen für Ausstiegsprogramme, Ermittlungen und die Justiz. Ergänzend bietet das Kompetenzzentrum gegen Extremismus (konex) Schulungen für Lehrkräfte und Schulpsychologinnen und Schulpsychologen an und leistet Ausstiegsarbeit. Ziel ist es, das Frühwarnsystem weiter zu stärken und Radikalisierungsprozesse frühzeitig zu erkennen.

 


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Was ist die „Terrorgram“-Szene?
Ein rechtsextremistisches, digital organisiertes Netzwerk, das vor allem über Telegram terroristische Gewalt befürwortet und propagiert.

Wer wurde untersucht?
37 sicherheitsbehördlich bekannte Personen aus den Jahren 2020 bis 2025.

Wie alt sind die Betroffenen im Durchschnitt?
Das Durchschnittsalter liegt bei etwas über 16 Jahren.

Wie schnell erfolgt die Radikalisierung?
Bei etwa 50 Prozent der Fälle innerhalb von weniger als einem Jahr.

Welche Rolle spielen psychische Auffälligkeiten?
Über 68 Prozent hatten diagnostizierte psychische Erkrankungen, weitere 24 Prozent zeigten deutliche Anzeichen.

Wie wurden die Fälle entdeckt?
In rund drei Vierteln der Fälle durch die Sicherheitsbehörden selbst.

 

Zur Studie

PM

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